SMD-Größen: Tabelle, Maße und Bauformen im Überblick

Die zöllige SMD-Größe 0603 entspricht ungefähr 1,6 × 0,8 mm und heißt metrisch 1608. Eine metrische Angabe 0603 bezeichnet dagegen eine deutlich kleinere Baugröße. Hier findest du die Maße ausgewählter rechteckiger Chip-Bauteile und die Angaben, die du für Layout oder Bestellung zusätzlich prüfen solltest.

SMD-Größen: Illustration rechteckiger Chip-Bauteile in unterschiedlichen Baugrößen.

SMD-Größentabelle: Maße in Millimetern

SMD steht für Surface Mount Device, also ein Bauteil zur Montage auf der Leiterplattenoberfläche. Die Tabelle zeigt ausgewählte Größenklassen mit zwei Anschlüssen, wie sie bei SMD-Widerständen und vielen Keramikkondensatoren vorkommen. Prüfe beim Nachschlagen, ob dein Code zöllig oder metrisch angegeben ist.

Ausgewählte rechteckige SMD-Chip-Größen
ZölligMetrischLänge ca.(mm)Breite ca.(mm)
0100504020,40,2
020106030,60,3
040210051,00,5
060316081,60,8
080520122,01,25
120632163,21,6
121032253,22,5
201050255,02,5
251263326,33,15

Die Maße dienen zur Orientierung. Das Datenblatt des konkreten Bauteils legt die Abmessungen samt Toleranzen, die Bauhöhe und die empfohlenen Lötflächen fest. Die Breite 3,15 mm bei 2512 stammt beispielsweise aus dem Vishay-Datenblatt; aus dem Code 6332 lässt sich nicht jedes Körpermaß exakt berechnen. [1]

Grundlagen der Maßtabelle: Murata für 01005 [3], TDK für 0201 [4], Bourns für 0603, 0805 und 1206 [2] sowie Vishay für die übrigen Maßzeilen [1]. Die Codepaare sind bei Vishay und im Murata-Auswahlguide [5] aufgeführt. Die Ferritquellen belegen hier nur Größenbezeichnung und Geometrie.

SMD-GrößenvergleichVergrößerte Darstellung
Zöllig / metrisch · Körpermaße ca.
01005 / 04020,4 × 0,2 mm
0201 / 06030,6 × 0,3 mm
0402 / 10051,0 × 0,5 mm
0603 / 16081,6 × 0,8 mm
0805 / 20122,0 × 1,25 mm
1206 / 32163,2 × 1,6 mm
1210 / 32253,2 × 2,5 mm
2010 / 50255,0 × 2,5 mm
2512 / 63326,3 × 3,15 mm
Die Körperformen zeigen die Größenverhältnisse der Tabelle. Anschlussflächen sind schematisch dargestellt. Die Grafik ist keine 1:1-Messvorlage.

Warum 0603 zwei verschiedene Größen bezeichnen kann

Steht in einer Bauteilliste nur „0603“, fehlt die entscheidende Angabe zum System. Zöllige und metrische Bezeichnungen verwenden teilweise dieselben Ziffernfolgen für unterschiedliche Größen:

Die zwei Bedeutungen von 0603
AngabeGegenstückMaße ca.
0603 zöllig1608 metrisch1,6 × 0,8 mm
0603 metrisch0201 zöllig0,6 × 0,3 mm
0603 zöllig entspricht etwa 1,6 × 0,8 mm, 0603 metrisch etwa 0,6 × 0,3 mm. Beide Körper sind mit gleichem Vergrößerungsfaktor dargestellt.
Zöllig 0603 und metrisch 0603 sind unterschiedlich groß. Die Körper sind mit gleichem Vergrößerungsfaktor dargestellt; maßgeblich bleibt das konkrete Datenblatt.

TDK bezeichnet die Ferritperlen seiner Serie MPZ0603-H ausdrücklich als IEC 0603 beziehungsweise EIA 0201 und nennt dafür 0,6 × 0,3 mm. Für zöllig 0603 führt Vishay dagegen den metrischen Zahlencode 1608. Übernimm diese Kürzel deshalb immer mit dem zugehörigen System. [4] [1]

Bei einer unklaren Angabe hilft die vollständige Hersteller-Bestellnummer, kurz MPN. Prüfe ihr Datenblatt und halte die Zuordnung etwa als „0603 zöllig / 1608 metrisch“ fest. Auch eine rein mechanische Zerlegung des Codes führt nicht zuverlässig weiter: 01005 hat schon eine andere Stellenzahl als 0603.

Gleiche Größenklasse, leicht unterschiedliche Maße

Bourns nennt für CR0603 ein Körpermaß von 1,60 ± 0,10 mm × 0,80 ± 0,10 mm. Bei Vishays D11/CRCW0603 e3 sind es 1,55 mm (+0,10/−0,05 mm) × 0,85 ± 0,10 mm. Beide gehören zur zölligen Größenklasse 0603. Für die tatsächliche Passform zählen die jeweilige Zeichnung, die Toleranzen und die Lötflächenempfehlung. [2] [1]

Eine SMD-Größe bestimmen und vom Bauteilwert trennen

Die Baugröße beschreibt die Abmessungen. Der elektrische Nennwert wird etwa in Ohm oder Farad angegeben. Ein Widerstandsaufdruck kann diesen Wert codieren; welche Bedeutung eine Kennzeichnung hat, hängt aber vom Bauteil und seinem Hersteller ab. So gehst du bei der Zuordnung vor:

  1. Unterlagen zuordnenSuche Hersteller und vollständige MPN in Stückliste, Bestellunterlagen oder Layoutbibliothek. Mit Datenblatt und Bestellschlüssel kannst du Gehäuse und elektrische Ausführung prüfen. Die Angaben müssen tatsächlich zum gesuchten Bauteil gehören.
  2. Körpermaß eingrenzenErmittle Länge und Breite des Körpers. Lötzinn und die Lötflächen der Platine zählen nicht dazu. Vergleiche das Maßpaar mit der Tabelle. Bei kleinen Abweichungen berücksichtige Messunsicherheit und Maßtoleranzen; die Tabelle allein liefert noch keine sichere Identifikation.
  3. Bezeichnung abgleichenOrdne der plausiblen Größenklasse den zölligen und den metrischen Code zu. Weicht eine Unterlage davon ab, prüfe das verwendete System und die konkrete Gehäusezeichnung.
  4. Elektrische Daten ergänzenPrüfe Nennwert, Toleranz und die erforderlichen Grenzwerte anhand der zugeordneten Produktunterlagen. Aus den Maßen allein lassen sich diese Eigenschaften nicht bestimmen.

Angenommen, du ermittelst bei einem rechteckigen Chip-Bauteil ungefähr 1,6 × 0,8 mm. Dann ist 0603 zöllig beziehungsweise 1608 metrisch plausibel. Ob es ein Widerstand oder Kondensator ist und welchen Wert es hat, bleibt damit offen. Murata nennt beispielsweise mehrere Kapazitätswerte innerhalb seiner 01005-Serie GRM02. [3]

Eine Größenangabe wie „0603“ gehört nicht als Wertcode in einen Decoder. Wenn du einen Widerstand mit einem unterstützten Aufdruck vor dir hast, kannst du seinen SMD-Widerstandscode entschlüsseln. Der Rechner bestimmt den Nennwert nach dem erkannten Schema; eine Baugröße oder sichere Bauteilidentifikation liefert er nicht.

Was du vor der Bauteilauswahl zusätzlich prüfst

Prüfe neben der Größenklasse die konkrete Gehäusezeichnung, die elektrischen Daten und das vorgesehene Lötverfahren. Das gilt für ein neues Layout ebenso wie für die Auswahl eines Ersatzteils.

Körpermaß und Footprint getrennt prüfen

Ein Footprint ist das Anschlussflächenmuster im Leiterplattenlayout. Seine Padmaße und Abstände lassen sich nicht einfach aus Länge und Breite des Bauteilkörpers übernehmen. Vishay führt dafür getrennte Tabellen auf: Körpermaße und empfohlene Lötflächen. Die Empfehlungen unterscheiden zudem zwischen Wellen- und Reflowlöten. [1]

Vergleiche den gewählten Bibliothekseintrag mit der Gehäusezeichnung und der Lötflächenempfehlung für dein Verfahren. Der Name „0603“ allein sagt noch nicht, welche Padgeometrie der Eintrag enthält. Auch die Höhe des Bauteils muss zum verfügbaren Platz passen.

Belastbarkeit und elektrische Daten berücksichtigen

Eine Baugröße hat keinen universellen Wattwert. Bourns gibt die Leistung der Serien CR0603, CR0805 und CR1206 bei 70 °C Umgebungstemperatur an. Oberhalb davon sinkt die erlaubte Last laut Derating-Kurve bis auf null bei 155 °C. Derating bezeichnet hier diese Verringerung der zulässigen Belastung. Die Werte gelten für die genannten Baureihen. [2]

Bei Vishays D/CRCW e3 hängt die Erwärmung auch von der thermischen Anbindung an die Leiterplatte ab; die zulässige Temperatur der Widerstandsschicht darf nicht überschritten werden. Entscheidend sind deshalb die Grenzwerte und Bedingungen des konkreten Teils. [1]

  • Beim Widerstand prüfst du unter anderem Nennwert, Toleranz und zulässige Verlustleistung samt ihren Bedingungen.
  • Beim Kondensator gehören Kapazität, Nennspannung, Toleranz und Dielektrikum beziehungsweise die Eigenschaften der Baureihe zur Auswahl. [7]

Die Auswahl für Bestellung und Bestückung festhalten

Mit einer vollständigen MPN lässt sich eine bestimmte Ausführung eindeutig bestellen. „100n 0603“ ist dagegen unvollständig: Als Kondensatorangabe nennt das zwar 100 nF, lässt aber etwa Nennspannung, Dielektrikum, Toleranz und das System der Größenbezeichnung offen.

Berücksichtige auch die Verarbeitung. Für Handlötarbeiten spielen Werkzeug, Zugang zum Bauteil und Übung eine Rolle. Eine feste Grenze wie „0603 geht immer“ hilft dabei nicht. Bei einer Serienbestückung klärst du, ob der geplante Prozess die gewählten Bauteile und das Layout zuverlässig verarbeiten kann.

  • Hersteller und vollständige MPN sind bekannt.
  • Größenbezeichnung und Bezeichnungssystem sind eindeutig.
  • Körpermaß und Höhe passen zur Gehäusezeichnung und zum verfügbaren Platz.
  • Elektrische Daten und ihre Bedingungen erfüllen die Anforderungen der Schaltung.
  • Footprint und geplantes Verfahren sind mit der Herstellerempfehlung abgeglichen.

Wie die Datenübergabe an einen Dienstleister abläuft und welche Unterlagen er braucht, erklärt der Ratgeber zur Leiterplattenbestückung.

Für welche SMD-Bauformen gilt die Tabelle?

Die Tabelle zeigt ausgewählte rechteckige Chip-Größen mit zwei Anschlüssen. Sie ist keine Gehäusedatenbank für sämtliche SMD-Bauteile. Bei LEDs oder Dioden solltest du aus einer ähnlich aussehenden Nummer keine Abmessungen ableiten; prüfe die konkrete Produktzeichnung. Bei SMD-LEDs musst du außerdem Anode und Kathode richtig zuordnen.

Auch SMD-Kondensatoren haben unterschiedliche Gehäuseformen. Murata unterscheidet etwa Mehrschicht-Keramikkondensatoren und Polymer-Aluminium-Typen. Eine Größenübersicht für rechteckige Chips lässt sich nicht pauschal auf diese anderen Familien übertragen. [7]

Bei integrierten Schaltungen brauchst du die genaue Gehäusevariante. Texas Instruments unterscheidet innerhalb der QFN-Familie unter anderem Pinzahl, Rastermaß, Höhe, Länge und Breite. Dazu kommt die Anschlussbelegung des konkreten ICs. Das Kürzel QFN allein reicht für die Auswahl eines Footprints nicht aus. [6]

Häufige Fragen zu SMD-Größen

Kann ich ein 0603-Bauteil durch 0805 ersetzen?

Das musst du am konkreten Bauteil und Layout prüfen. Zöllig 0805 ist mit etwa 2,0 × 1,25 mm größer als zöllig 0603 mit etwa 1,6 × 0,8 mm. Anschlussflächen und Platz müssen passen, ebenso die elektrischen Daten und das Lötverfahren. Ein gleicher Nennwert genügt nicht.

Kann ich ein Bauteil direkt an der Grafik auf dem Bildschirm vergleichen?

Die Grafik zeigt die relativen Größenverhältnisse. Ihre tatsächliche Größe auf dem Bildschirm hängt jedoch von Gerät, Fensterbreite und Zoomstufe ab. Zum Messen brauchst du die Millimeterwerte und die Zeichnung des konkreten Bauteils. Die Grafik ist keine 1:1-Messvorlage.

Quellen und Geltungsbereich

Grundlage sind die folgenden Herstellerunterlagen, geprüft am 14.10.2026. Sie belegen die genannten Baureihen und Größenpaare. Die Mitteilungen von Murata und TDK aus den Jahren 2008 und 2018 dienen als Geometriebelege; zur heutigen Verfügbarkeit machen sie keine Aussage.

  1. Vishay: D/CRCW e3. Dokument 20035, Revision 14.04.2026. Größenzuordnung und thermische Bedingungen auf Seite 1; Körpermaße und Lötflächen auf Seite 11.
  2. Bourns: CR0603/CR0805/CR1206. Revision 10/19. Maße, elektrische Eigenschaften und Derating-Kurve auf PDF-Seite 1.
  3. Murata: GRM02-Serie in Baugröße 01005. Mitteilung vom 22.04.2008. Abmessungen und unterschiedliche Kapazitäten der Serie.
  4. TDK: Multilayer chip beads with high rated currents. Mitteilung vom 07.08.2018. IEC 0603 / EIA 0201 und Maße der Serie MPZ0603-H.
  5. Murata: Auswahlguide für Chip Ferrite Beads / Chip EMIFIL. Größenpaare für die aufgeführten Ferrit- und Filterfamilien.
  6. Texas Instruments: QFN-Gehäuse. Gehäusefamilie und Merkmale zur Unterscheidung konkreter Varianten.
  7. Murata: Capacitor Selection Guide. Abschnitt „Product features comparison“ zur Unterscheidung der SMD-Kondensatorfamilien.